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Jul 06 2014

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Ristorante Torre in Celle Ligure: Slow Food goes South

Slow Food Bern überschreitet Grenzen und vergibt für einmal eine Empfehlung nach Ligurien – mit gutem Grund.
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Ristorante Torre
Via Aurelia Ponente, 20
17015 – Celle Ligure (SV) Italia
Tel. +39 019 99 34 65
www.ristorantetorrecelle.it

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Auf dem Klavier am Eingang zum Restaurant wird zwar kaum mehr gespielt. Umso virtuoser spielt aber der Koch des Restaurants Torre, knapp ausserhalb von Celle Ligure, auf seiner gastronomischen Klaviatur, die von grossem Respekt für die Tradition Liguriens zeugt.

Die Karte bietet einige Gerichte, die leider nicht mehr ohne weiteres zu finden sind wie zum Beispiel „Cappon magro“: eine reichhaltige und trotzdem leichte „Schichtung“ aus Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse. Auch der „Cioppin“ – die sämig-schmackhafte ligurische Fischsuppe – darf nicht fehlen. Die Kalifornier übrigens bezeichnen diese dicke Suppe eher als „Stew“ und beanspruchen kurzerhand gleich noch die Herkunft, obwohl es tatsächlich ausgewanderte Fischer aus Genua waren, die sie dort erstmals dem staunenden Publikum von San Franzisco zubereiteten. Ein drittes Gericht soll nicht unerwähnt bleiben: Der Borretsch-Joghurt-Risotto mit Minze-Jakobsmuscheln hat sich in seiner raffinierten Schlichtheit ins kulinarische Gedächtnis eingeprägt.

2010 ist das „Torre“ der Allianz der italienischen Köche mit den Förderkreisen von Slow Food beigetreten

2010 ist das „Torre“ der Allianz der italienischen Köche mit den Förderkreisen von Slow Food beigetreten

Das „Torre“ hat sich voll und ganz den Werten von Slow Food verschrieben und präsentiert auf seiner Karte nicht nur mehrere Spezialitäten aus dem Repertoire der Förderkreise (selbstverständlich akkurat mit dem Schneckensymbol gekennzeichnet), sondern deklariert auch deren Herkunft tadellos. Dass Konsequenz dahinter steckt zeigt die Tatsache, dass das „Torre“ vor vier Jahren der Allianz der italienischen Köche mit den Förderkreisen von Slow Food beigetreten ist.

Umso mehr erstaunt, dass es das Restaurant bisher noch nicht in den Gourmet-Führer „Osterie d’Italia“ von Slow Food geschafft hat. Dazu die Besitzerin: „Wir versuchen es Jahr für Jahr und bitten die Verantwortlichen, uns zu besuchen und einen Augenschein zu nehmen. Und werden immer wieder vertröstet. Das ist schwer zu begreifen!“

Das findet auch Slow Food Bern und vergibt einen Empfehlungs-Kleber nach Ligurien. Wer mit so viel Hingabe und Können eine kreative Regionalkarte pflegt und seine perfekt komponierten Gerichte erst noch zu moderaten Preisen anbietet, hat es verdient!

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